So testet FOCUS

20.03.2018

Auch 2018 legt FOCUS erneut nach. Nach den E-Bike-Tests 2016 und 2017 haben wir nun 70 aktuelle E-Bikes getestet. In diesem Umfang sprechen wir mit Stolz vom größten E-Bike-Test Deutschlands! Bis zu 50 Testkriterien wurden pro E-Bike in Labor und Praxis ermittelt und abgefragt, um so einen aussagekräftigen und belastbaren Überblick über die Qualität der am Markt befindlichen E-Bikes aller relevanten Hersteller zu gewinnen.

In enger Zusammenarbeit mit dem renommierten Prüflabor Velotech aus Schweinfurt sowie den Fahrrad-Experten von Velomotion.de aus dem Bayerischen Wald wurden in den vergangenen Monaten Tausende von Testdaten erhoben – unter anderem auf dem speziell entwickelten Prüfstand namens „eRig“ – und nach einem erneut erweiterten, einheitlichen Prüfprogramm bewertet. 2018 wurden erneut zwei Reichweiten erhoben, um die Laborergebnisse noch alltagstauglicher zu machen. Ermittelt wurde die Reichweite am Berg bei einem konstant sechs Prozent steilen Anstieg. Die Eigenleistung des Fahrers beträgt 100 W und die Tretfrequenz ca. 60/min. Das Systemgewicht aus Fahrrad und Fahrer wurde auf 100 kg genormt. Diese Reichweite ist verhältnismäßig gering, dafür aussagekräftig. Und ganz ehrlich: Wer fährt mit seinem E-Bike schon 20 Kilometer – am Stück – bergauf?

Die zweite Reichweite gilt für die Ebene bei 70 Watt Eigenleistung des Fahrers. Trotz der geringen Leistung lassen sich dauerhaft Geschwindigkeiten nahe der Grenze von 25 Stundenkilometern oder sogar darüber erreichen. Das Ergebnis: Die neuen E-Bikes kommen mittlerweile auf eine Distanz von 80 bis 120 Kilometern, also mehr als eine ordentliche Tagestour.

 

Der FOCUS E-BIKE Test 2018 – Das wird im Labor getestet:

REICHWEITE: Ermittelt wird die Reichweite bergauf: Anstieg 6 %, Tretleistung Fahrer 100 W, Tretfrequenz ca. 60/min, Systemgewicht 100 kg; sowie die Reichweite in der Ebene: Tretleistung Fahrer 70 W, Tretfrequenz 60/min, Systemgewicht 100 kg, Windstille

REICHWEITENEFFIZIENZ: Nicht alle Akkus haben die gleiche Kapazität. Klar, mit einem größeren Akku komme ich weiter. Die Effizienz beurteilt rechnerisch die Qualität eines Akkus im Verhältnis des Verbrauchs von Wattstunden pro gefahrenem Kilometer.

MOTORUNTERSTÜTZUNG: Der Unterstützungsfaktor beim Bergauffahren (U-Faktor) gibt genau an, mit dem Wievielfachen der erbrachten Leistung des Fahrers ein E-Bike zusätzlich unterstützt. Ein U-Faktor von 2,0 besagt, dass der Antrieb den Fahrer mit der doppelten Leistung unterstützt. Je höher der U-Faktor, desto stärker ist die effektive Unterstützung des Motors.

MAXIMALLEISTUNG: Bei der Messung Maximalleistung wurde bei einer Trittfrequenz von 60/min, einer simulierten Geschwindigkeit von ca. 15 km/h, einer Fahrerleistung von 200 W und bei Betrieb in höchster Unterstützungsstufe (voller Akku), die abgegebene mechanische Gesamtleistung am Hinterrad gemessen.

BREMSWIRKUNG: Für Bremsen gilt die ISO-Norm 4210. Die Bremsung wurde bei einer Handkraft von ca. 60 N begonnen und in Schritten von 20 N bis zu einer maximalen Handkraft von 100 N gesteigert; sowohl bei nassen als auch trockenen Bedingungen. Die simulierte Geschwindigkeit des Rades beträgt 12,5 km/h. Bewertet wird die Bremskraft bei einer Handkraft von realistischen 80 Newton. Das Ergebnis setzt sich im Verhältnis von 70 Prozent (Vorderradbremse) zu 30 Prozent (Hinterradbremse) zusammen.

MASSE: E-Bikes sind doch schwer. Wir konnten jedoch feststellen, dass sie gegenüber den Vorjahren im Schnitt leichter werden.

SYSTEMGEWICHT: Wie schwer darf das System aus E-Bike, Fahrer und Gepäck sein?

AKKU-LADEZEIT: Bis zu fünf Stunden müssen Sie veranschlagen, um einen Akku wieder aufzuladen – bei extra-großen Akkus sogar mehr.

GERÄUSCHPEGEL: E-Bikes mit Heckantrieb sind deutlich leiser als jene mit Mittelmotor. Wir messen mit einem Schallpegelmesser die vom Fahrer empfundene Lautstärke des Antriebs.

STANDSICHERHEIT: Ein teures E-Bike sollte sicher stehen und nicht vom zartesten Windhauch umgeblasen werden. Wir ermitteln die Zugkraft, die nötig ist, um ein E-Bike (mit und ohne Packtaschen) im Stand aus dem Gleichgewicht zu bringen.

 

Der FOCUS E-BIKE Test 2018 – Das wird in der Praxis getestet:

Alle Ergebnisse des Labortests werden in umfangreichen Praxistests verifiziert. Das heißt, was eine Bremse auf dem Prüfstand zu leisten vermag muss nicht deckungsgleich mit der Performance auf der Straße sein. Hier spielen auch Ansprache, Dosierbarkeit und Bedienbarkeit hinein.

Insgesamt umfasst die Praxisbewertung folgende Testkriterien, die je nach Kategorie eines Rades unterschiedlich gewichtet werden.

  • Wendigkeit
  • Flatterneigung
  • Stabilität
  • Beschleuinigung Ebene
  • Beschleunigung Berg
  • Fahren ohne Motorunterstützung
  • Anfahren am Berg
  • Ergonomie am Lenker
  • Ergonomie Komplettrad
  • Akku Ein- und Ausbau
  • Federgabel
  • Sitzkomfort (auch Teleskopstütze oder gefederte Stütze)
  • Schiebehilfe
  • Verstellbarkeit der Sattelhöhe
  • Verstellbarkeit von Lenker und Vorbau
  • Ergonomie der Griffe
  • Schalten: Präzision, Bedienung, Übersetzungsbandbreite
  • Bremsen: Ansprache, Päzision, Dosierbarkeit, Bedienbarkeit
  • Display: Informationsgehalt, Bedienbarkeit, Lesbarkeit

 

Zusatzkriterien umfassen bspw. (veränderlich von Kategorie zu Kategorie):

  • Gepäckträger und Anbaumöglichkeiten
  • Anbauteile wie Kettenschutz oder Schutzbleche
  • Licht vorne und hinten (Standlicht)
  • Diebstahlsicherung
  • Werkzeug/Pannenset/Zubehör
  • Konnektivität
  • Flaschenhalter (Anbaumöglichkeit)
  • Packmaß (Kompakträder)
  • Garantien
  • Kundenhotline
  • Produktinformationen

Außerdem werden alle E-Bikes auf die Einhaltung der Konformität nach StVZO sowie den CE-Richtlinien geprüft. Dies umfasst beispielsweise:

  • CE-Kennzeichnung der elektrischen Bauteile (v.a. Motor, Akku, Ladegerät)
  • Vollständigkeit der Bedienungsanleitung
  • StVZO-Bestummungen für Beleuchtung und Reflektoren
  • Bodenfreiheit der Pedale bei Kurvenneigung
  • Messung von Radstand und Tretlagerhöhe
  • Klingel
  • Abstand Pedal zu Vorderrad-Schutzblech
  • Schutz gegen unbeabsichtigtes Ingangsetzen