300 000 Fahrräder wurden 2018 in Deutschland geklaut – Tendenz steigend

300 000 Fahrräder wurden 2018 in Deutschland geklaut – Tendenz steigend

Wenn das Rad weg ist …

18.12.2020

… waren wohl wieder Diebe am Werk. Es empfiehlt sich eine spezielle Versicherung, die am besten noch mehr absichert. So finden Sie die für Sie passende Variante

Jeder Erfolg hat seine Schattenseite – auch der Boom der E-Bikes. Die Deutschen kaufen immer mehr Elektroräder, weshalb die Flotte der kostbaren Räder auf unseren Straßen immer größer wird. Was leider dazu führt, dass auch immer mehr teure E-Bikes geklaut werden. 300 000 Fahrraddiebstähle wurden 2018 in Deutschland angezeigt. Versichert waren davon nur etwas mehr als die Hälfte. Im Schnitt entschädigten die Versicherer 630 Euro pro Bike. Vor zehn Jahren waren es nur 370 Euro.

Wenn ein Rad aus den eigenen verschlossenen Räumlichkeiten gestohlen wird, kommt in der Regel die Hausratversicherung auf. Viel häufiger passieren Diebstähle aber beim Parken im öffentlichen Raum. Eine Zusatzklausel in der Police kann deshalb sinnvoll sein. Das Problem dabei: Die Entschädigung ist auf einen bestimmten Anteil des versicherten Hausrats begrenzt. „Vier Prozent einer Versicherungssumme von 100 000 Euro reichen für ein Elek trofahrrad für 4000 Euro. Hat man einen kleineren Haushalt oder bietet der Versicherer nur ein bis drei Prozent an, wäre man unterversichert“, erklärt ADFC-Rechtsreferent Roland Huhn. Es lohnt sich also, die eigene Police genau zu prüfen – oder gleich mit einer speziellen E-Bike-Versicherung zu vergleichen. Vor allem wenn man mehr als nur Diebstahl absichern will. „Gute Spezialisten bieten oft einen wesentlich umfassenderen Schutz als die klassische Hausratversicherung. Bei diesen Policen sind auch einfacher Diebstahl, Vandalismus, Unfall- oder Elektronikschäden mit abgesichert“, erklärt Michael Wortberg, Referent für Versicherungsfragen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Den zusätzlichen Leistungsumfang sollte man dabei ebenso vergleichen wie die Preise – und zwar nicht nur die anfangs geltenden, rät Roland Huhn. Denn: „Im Vertrag können Rabatte bei schadenfreiem Verlauf vereinbart sein, aber auch steigende Prämien.“ Auch wichtig: „Die Versicherungssumme sollte dem Neuwert eines gleichwertigen E-Bikes entsprechen, damit ich gegebenenfalls keinen Abzug wegen Unterversicherung bekomme“, empfiehlt Michael Wortberg.

„Ein E-Bike im Wert von 2500 Euro lässt sich schon für unter 100 Euro im Jahr versichern“

Michael Wortberg, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Das momentane Angebot an E-Bike-Versicherungen reicht von hippen Start-ups wie Freeyou bis hin zu etablierten Häusern wie der Sparkasse. Und es wächst stetig. Bei fast allen von FOCUS E-BIKE betrachteten Anbietern kann man online Beiträge berechnen und auch direkt Verträge abschließen. Freeyou zum Beispiel verspricht schnelle und formularlose Bearbeitung im Schadensfall sowie eine monatliche Kündigungsfrist – taggenau abgerechnet. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn man sein Rad nur saisonal nutzen möchte. Auch bei Coya verzichtet man weitestgehend auf Papier.

Mitunter große Unterschiede gibt es bei der Transparenz, beim Leistungsspektrum und auch beim Preis. „Die Beiträge für E-Bike-Versicherungen sind in den letzten Jahren drastisch gesunken“, sagt Wortberg. „Ein Rad im Wert von 2500 Euro lässt sich schon für unter 100 Euro im Jahr versichern. Wer sich nicht informiert, kann aber auch für einen wesentlich schwächeren Versicherungsschutz mehr als 300 Euro im Jahr zahlen.“

Das hängt natürlich auch davon ab, was man versichert haben will: Reicht der Schutz vor Diebstahl und Vandalismus, oder sollen etwa Sturmschäden und Materialfehler auch versichert sein? Bei der Online-Recherche erweist sich vor allem Enra als transparent und flexibel: Vier verschiedene Versicherungsbausteine können je nach Bedarf kombiniert werden. Wer lediglich Diebstahl und Vandalismus versichern will, erhält bei Coya ein preisgünstiges Angebot. Hier darf das Rad allerdings maximal ein Jahr alt sein – bei Freeyou zum Beispiel kann es bis zu sechs Jahre auf dem Buckel haben. Die Range beim versicherbaren Neuwert ist ebenfalls groß: Schutzklick und Free you erlauben ein Maximum von 5000 Euro, Wertgarantie 6000 Euro. Bei Ammerländer und Hepster ist bei 10 000 Euro Schluss.

So oder so: Vergleichen lohnt sich in jedem Fall.

Wie Sie die für Sie passende E-Bike-Versicherung finden können, erfahren Sie hier:

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Text: Thomas Corinth
Stand: 1. Quartal 2020