Hohe Lux-Zahl für den Frontstrahler und richtige Einstellung sind wichtig. Weder vorn noch hinten darf der Strahler blinken | Foto: Busch & Müller

Hohe Lux-Zahl für den Frontstrahler und richtige Einstellung sind wichtig. Weder vorn noch hinten darf der Strahler blinken | Foto: Busch & Müller

Sicher durch die Dunkelheit

28.09.2018

Gute Beleuchtung ist wichtig. Aber welches Licht muss und kann ein E-Bike heute haben, um mehr als nur verkehrssicher zu sein? Mit unseren Tipps kommen Sie auf Ihrem E-Bike sicherer durch die dunkle Jahreszeit.

Es wird Herbst und somit höchste Zeit für die richtige Lichtanlage. Zunächst einmal: Die Frontleuchte braucht eine gewisse Stärke. Zehn Lux schreibt das Gesetz vor. Doch damit wird man bestenfalls gesehen. Das absolute Minimum, um selbst mehr sehen zu können, sollte bei etwa 30 Lux liegen. Gute Lampen für unbeleuchtete Straßen und Wege haben 100 Lux und mehr. Mindestens genauso wichtig: der Lichtkegel. Je gleichmäßiger und klarer die Straße ausgeleuchtet wird, desto sicherer ist das Licht. Scharfe Lichtkanten des Kegels helfen für fokussiertes Sehen.
Stichwort Lichtkegel: Verliert sich der Strahl nach fünf Metern im Boden, ist keinem geholfen. Vor allem die Ausleuchtung zwischen 10 und 40 Metern vor dem Bike ist wichtig. Darum: das Rad fünf Meter vor einer Wand aufstellen und den Scheinwerfer einschalten. Die Lichtquelle so zurechtrücken, dass die obere Kante des Lichtkegels etwas tiefer liegt als die Befestigungshöhe der Leuchte am Fahrrad. Damit ist ausgeschlossen, dass der Gegenverkehr geblendet wird – in der Neuregelung der Bestimmungen für Fahrradbeleuchtungen die einzige Vorschrift für die Einstellung des Frontstrahlers. Beim Rücklicht ist Leistung dagegen kein Kriterium. Das Rücklicht sollte natürlich ausreichend hell sein, aber auch in einem möglichst großen Winkel nach links und rechts streuen. Wichtig: Es darf, wie auch der Frontstrahler, nicht blinken! Je breiter die beleuchtete Fläche am Rücklicht, desto besser sind für nachfolgende Autofahrer die Entfernung und Geschwindigkeit des Radfahrers abzuschätzen. Derzeit sind eher kleine Lichtpunkte hip. Und erlaubt. Dazu passt: Räder dürfen seit Juni 2017 Bremslichter haben! Wer an seinem E-Bike noch keines hat, kann auch das nachrüsten. Meist sind es Batterie- Rücklichter mit Zusatzfunktion. Sie brauchen keinen Kontakt zu den Bremshebeln, da sie mit Beschleunigungssensor ausgestattet sind. Wird gebremst, leuchtet das kombinierte Rück-/Bremslicht deutlich heller auf.
Optische und technische Integration – dass also alles „wie aus einem Guss“ erscheint – ist mit Nachrüst-Kits schwer zu erreichen. Eine der Ausnahmen: MonkeyLink. Die Lichter werden durch eine Kombination aus magnetischer Führung und mechanischer Verriegelung arretiert und sind mit den Antrieben von Bosch, Brose und anderen kompatibel. So können sie vom jeweiligen Display aus angesteuert werden.
Noch ein Sicherheits-Plus: Tagfahrlicht am E-Bike, wie man es vom Auto kennt und es beispielsweise Corratec ab 2019 an allen Straßenrädern verbaut. Zusätzliche Lichtquellen – meist links und rechts der eigentlichen Linse – sorgen dafür, dass man früher wahrgenommen wird. Vorschrift ist das Tagfahrlicht – anders als bei Neuwagen ab 2011 oder Motorrad – aber (noch) nicht. Apropos Vorschrift: Bei über einen Meter breiten Lastenrädern oder dort, wo ein Aufbau ein Handzeichen möglicherweise verdecken könnte, sind Blinker jetzt erlaubt. Warum nicht Pflicht und warum nicht für alle bleibt das Geheimnis der Gesetzesschreiber.
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Georg Bleicher

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