E-Bike-Abos kann man digital abschließen, je nach Anbieter aber auch persönlich abholen | Foto: PR

E-Bike-Abos kann man digital abschließen, je nach Anbieter aber auch persönlich abholen | Foto: PR

Rad mit Zeitvertrag

26.03.2021

E-Bike-Abo-Modelle sind durchaus zukunftsfähig und werden immer beliebter. Zwei Anbieter wurden beim FOCUS E-BIKE INNOVATION Award 2020 ausgezeichnet. Ein Überblick über Angebot und Leistung am Markt

Wir leben in einer mobilen und flexiblen Gesellschaft. Wir haben uns daran gewöhnt, Dinge des Alltags bei Bedarf für eine gewisse Zeit zu nutzen, anstatt sie zu kaufen. Dem Boom am Fahrradmarkt folgend gibt es seit einiger Zeit E-Bikes zur Miete, moderner gesagt: im Abo. Diese setzen vor allem auf Kunden, die der Anschaffungspreis eines Pedelecs zunächst abschreckt. Und auf solche, die sich nicht auf ein Modell festlegen wollen, sondern flexibel übers Jahr wechseln wollen – und für die ein Leasing somit auch nicht infrage kommt. Auch wer nur für einen bestimmten Zeitraum, etwa für den ausgedehnten Radurlaub, ein E-Bike benötigt, kann hier fündig werden. Doch wie sieht es in Zeiten von Corona mit der Verfügbarkeit aus?

Vergleichbar, aber nicht gleich

Eins vorweg: Auch die Abo-Anbieter bleiben von den pandemiebedingten Lieferengpässen nicht verschont. Aktuell ist auf vielen Plattformen nur eine begrenzte Anzahl an E-Bikes verfügbar, bei einigen kann man sich nur auf eine Warteliste setzen lassen. Wer über den Sommer ein E-Bike-Abo nutzen will, sollte sich besser schon jetzt darum kümmern. Eine große Auswahl an Trekking- E-Bikes gibt es beispielsweise bei Anbieter Grover, der neun reisetaugliche Modelle im Abo anbietet und bei dem man in wenigen Klicks das Fahrrad zu sich nach Hause bestellen kann.
Grundsätzlich ist das Mieten der verfügbaren Fahrräder nicht besonders schwierig. Alle von FOCUS E-BIKE betrachteten Anbieter versuchen, den Kunden online möglichst einfach zum Ziel zu führen, und bieten in der Regel All-inclusive-Pakete an. Im Detail sieht das Ganze aber anders aus. Einige grundlegende Fragen sollte man sich im Vorfeld stellen: Will man einen bestimmten Typ E-Bike? Ist der Zeitraum, in dem man es nutzen will, definiert, braucht man die Möglichkeit einer flexiblen Verlängerung? Und ganz wichtig: Reicht es, das Rad im Karton vormontiert zu erhalten, oder will man es betriebsbereit inklusive Einweisung abholen?

Blauer Reifen oder ein Lastenrad?

Auf den ersten Blick scheint die niederländische Firma Swapfiets – die mit den blauen Vorderreifen – den leichtesten Einstieg in die E-Bike-Mobilität zu bieten. Die Auswahl fällt leicht, denn es gibt genau ein Modell. Dem „Power 7“ sieht man die Verwandtschaft zum Hersteller Gazelle an, mit dem das Mietrad entwickelt wurde. Das ordentlich ausgestattete Bike kostet 75 Euro im Monat und ist bisher in elf Städten verfügbar. Tritt mal ein technisches Problem auf, so das Versprechen, wird einfach auf ein neues Rad „geswapt“. Neben dem E-Bike bietet das Unternehmen in ausgewählten Städten auch E-Tretroller und E-Scooter an.

Größer ist die Auswahl bei Anbieter eBike Abo, auf dessen Website man sich gleich durch mehrere Dutzend Räder klicken kann. Während andere das Segment der E-MTBs aussparen, finden sich hier Räder von Haibike, Merida oder KTM. Für deren Monatsmiete verlangt eBike Abo zwischen 79 und 169 Euro plus eine Service gebühr von 99 Euro. Zehn Werktage nach Bestellung soll das Rad dann als Paket vor der Tür stehen. Der Empfänger muss selbst Lenker, Pedale und Sattel anbringen und einstellen. Videos auf der Website sollen dabeihelfen. Wer am Ende der Laufzeit vom Mietrad überzeugt ist, kann es dann auch kaufen.

Der ADAC-Service e-Ride bietet neben E-Bikes gleich mehrere E-Scooter. Trotzdem bleibt es übersichtlich und vor allem für ADAC-Mitglieder vergleichsweise günstig: Wer im Club ist, spart die Einmalgebühr von 98 Euro und bekommt Rabatt für den Helmkauf. Abholung und Einweisung erfolgen bei Partnern in den eher größeren Städten. Wer möchte, kann sich das Fahrrad auch direkt nach Hause liefern lassen.

Übrigens: Beide Anbieter, ADAC e-Ride und eBike-Abo, wurden in diesem Jahr mit einem FOCUS E-BIKE Innovation Award ausgezeichnet.

Der Markt ist stetig in Bewegung

Auch wenn einige Anbieter bereits wieder vom Markt verschwinden: Das Angebot wächst stetig, das Potenzial im E-Bike-Abo ist groß und auch für Quereinsteiger interessant: Dance wurde von den Schweden Eric Quidenus-Wahlforss und Alexander Ljung gegründet, die mit Soundcloud bereits einen Musikstreaming- Anbieter aufgebaut haben. Verstärkt werden sie von dem Deutschen Christian Springub, einem der Mitgründer bei Jimdo. Mit 59 Euro pro Monat, monatlicher Kündigungsfrist und „Concierge“-Service ist das Startup vergleichsweise günstig. Mitmachen kann aber nur, wer eingeladen wird.


Die wichtigsten Angebote im Überblick

(Zum Vergrößern anklicken)

E-Bike-Abo-Anbieter im Überblick

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Text: Gregor Wildermann, Anna Ebach